Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Ständige Ausstellung Film erweitert

A chinese lion statue

Unter großem Interesse der Medien und des Publikums wurden Ende Januar 2009 zwei neu gestaltete Räume der Ständigen Ausstellung Film im Museum eröffnet. Sie thematisieren die Zeit von 1946 bis zur Gegenwart in beiden deutschen Staaten. Die Regisseure der staatlich reglementierten Filmproduktion der DEFA in der DDR gerieten immer wieder in Konflikt mit der Zensur, wie beispielsweise Rainer Simon. In der Bundesrepublik wandten sich die Jüngeren bald gegen die Dominanz des Unterhaltungsfilms. Die oft sehr persönlichen Deutschlandbilder der vorgestellten Filmemacher stehen im Zentrum. Auch nach 1989 setzt sich die nächste Generation der Filmemacher mit der deutschen Geschichte auseinander. Filme über die NS-Diktatur, den RAF-Terrorismus und den Mauerfall werden zu Erfolgen im In- und Ausland.

Die beiden Ausstellungsräume von insgesamt 320 qm sind durch ein aktualisierbares Element, die „Wand der Regisseure“, miteinander verbunden. Hierauf werden im Moment 44 deutsche Filmemacherinnen und Filmemacher mit ihren Kurzbiografien und je einem wichtigen Werk vorgestellt. Am Anfang steht Gerhard Lamprecht mit seinem Trümmerfilm IRGENDWO IN BERLIN aus dem Jahr 1946, am Ende Doris Dörrie mit ihrer Tragikomödie KIRSCHBLÜTEN – HANAMI (2008). Neben Filmausschnitten finden sich in der Ausstellung Rechercheunterlagen, Fotos, Filmkostüme, Storyboards oder opulente Dreh- und Arbeitsbücher – zum Beispiel von Fatih Akin, Rainer Werner Fassbinder, Ulrike Ottinger oder Christian Petzold.

Andere Objekte dokumentieren die Besonderheit der ausgewählten Filme, etwa ein Brief von zwei beeindruckten Kino-Besucherinnen an den Regisseur Frank Beyer, kurz nach der Ost-Berliner Premiere seines Films SPUR DER STEINE (1966). Eines der spektakulärsten Exponate ist das Modell der „Molly Aida“ aus Werner Herzogs Film FITZCARRALDO (1982). Im Film ließ Herzog einen Originaldampfer einen Berg im Amazonasgebiet hinaufziehen. Lediglich in einer kurzen Sequenz, der Fahrt durch die Stromschnellen, kam im Studio das Modell zum Einsatz. Mit seinen für ein Exponat ungewöhnlichen Dimensionen steht das Schiff für die Anstrengungen dieser Dreharbeiten – und als eine Facette des breiten Panoramas deutscher Nachkriegs-Filmgeschichte, dem sich die neuen Räume widmen.
Mehr dazu unter www.deutsche-kinemtahek.de

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