Erwerb des Gästebuches von Emil Jannings

A chinese lion statue

Den marineblauen Lederband schenkte der Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) seinem Freund Emil Jannings im Jahre 1923. Vorn auf dem Einband prangt ein großes, goldenes „J“, ergänzt durch das ironische Motto: „Der Gast, so lästig er ist, muß geehrt werden“; auf der Rückseite liest man die Widmung: „Der guten Gussy und dem lieben Ämil von Theobald Tiger.“

Auf handgeschöpftem Bütten haben sich hier prominente Gäste verewigt wie

die Regisseure Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), Berthold Viertel (1885-1953), Max Reinhardt (1873-1943), Lewis Milestone (1895-1980) und Fritz Lang (1890-1976), die Schriftsteller und Drehbuchautoren Carl Zuckmayer (1996-1977), Thea von Harbou (1888-1954), Alfred Henschke, genannt „Klabund“ (1890-1928), die Geschwister Klaus und Erika Mann (1906-1949/1905-1969), der „Rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch (1885-1948) sowie die Schauspielerinnen Pola Negri (1897-1987), Greta Garbo (1905-1990), Phyllis Haver (1899-1960) und Francoise Rosay-Feyder (1891-1974).

Abendveranstaltung mit der Übergabe des Gästebuches in der Deutschen Kinemathek

Entwurf Zaha HadidBei einer Feierstunde am 12. Dezember hat der Schatzmeister des Förderkreises des Museums für Film und Fernsehen, Gero Gandert, dem Direktor Rainer Rother offiziell das neu erworbene Gästebuch des Schauspielers Emil Jannings (1884-1950) übergeben. Gandert nahm die Übergabe in Vertretung des neuen Vorsitzenden des Vereins, Prof. Dr. Fred Breinersdorfer, vor, der sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ. Gandert würdigte bei dieser Gelegenheit die Verdienste des Drehbuchautoren und Produzenten Breinersdofers (der soeben erstmalig als Regisseur tätig war), und wie froh der Förderkreis sei, einen so renommierten Filmexperten für den Vorsitz gewonnen zu haben.

Museumsdirektor Rother wiederum würdigte die bisherige Arbeit des Förderkreises, dem das Museum u.a. „ganz praktische Anschaffungen“ verdanke, aber „eben auch Objekte“ wie nun das frühere Gästebuch von Emil Jannings, das im November auf einer Versteigerung mit Mitteln des Freundeskreises erworben werden konnte.

Entwurf Zaha HadidEin eindrucksvolles Erlebnis war die anschließende Lesung des Neffen von Emil Jannings, des Regisseur Jörg Jannings. Dieser las auf unprätentiöse, aber eindringliche Weise aus Texten vor, die auf unterschiedliche Weise über die außergewöhnliche Karriere seines berühmten Onkels Aufschluss gaben: darunter Filmkritiken aus der Zeit der Weimarer Republik, Briefe; die Emil Jannings selbst in verschiedenen Lebensphasen geschrieben hatte, vor allem aber Dokumente von Jannings-Freunden wie Kurt Tucholsky oder Carl Zuckmayer.

     

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