Enthüllung einer Gedenkstele für den Schauspieler Max Schreck zum 75. Todestag

Um den Verlust an Erinnerung zu begrenzen und die Bedeutung der Filmpioniere in der Region Berlin-Brandenburg langfristig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, hat der „Förderkreis des Museums für Film und Fernsehen Berlin“ den Stahnsdorfer Steinmetzmeister Heinz-Otto Melior beauftragt, eine Gedenkstele für dessen Grab auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde zu schaffen.

Die handgearbeitete Granitstele von 23x12x138 cm Größe mit einer angeschliffenen Schriftfläche und der vertieften mit dunkler Farbe ausgelegten Inschrift wurde zum 75. Todestag von Max Schreck am 20. Februar 2011 um 15 Uhr enthüllt. Die Laudatio hielt Stefan Eickhoff.

Max Schreck starb am 20. Februar 1936 in München. Die Urne kam auf den ehemaligen Friedenauer Friedhof in Gütergotz und wurde dort am 14. März 1936 in der 70 mal 70 Zentimeter großen Urnengrabstelle UR 670 der Mutter Pauline Schreck beigesetzt. Da es keine Nachfahren gibt, und da die Nutzungsrechte an der Grabstätte abgelaufen sind, ist längst nicht nur Gras über dieses Urnengrab gewachsen – irgendwann verschwand auch der Grabstein.

Hintergrund

Es ist ein Gesicht ohne Namen. Jeder kennt es, aber kaum jemand kennt den Namen. Er spielte viele Rollen, auf dem Theater und in mehr als 40 Filmen. Die Rolle seines Lebens aber übertrug ihm 1922 der Filmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau: Max Schreck als Graf Orlok in „Nosferatu“.

Murnaus filmisches Gespür und Schrecks eindringliche Darstellung des unheimlichen Vampirs machten „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ zu einem Meisterwerk, von dem das Genre Horrorfilm bis heute geprägt wird. An Schreck erinnert man sich, und an ihn knüpfen die in den folgenden Jahrzehnten produzierten Gruselfilme doch irgendwie immer an, vom „Schweigen der Lämmer“ über „Shadow of the Vampire“ bis zur „Nacht der lebenden Toten“. Die Gestalt des Vampirs wird immer auch mit diesem Schauspieler verbunden sein – eine Ikone, ein Mythos.

Max Schreck wurde am 6. September 1879 in Berlin-Tiergarten geboren. Sechs Jahre später erwarb sein Vater ein Haus in der damals noch zum Landkreis Teltow gehörenden selbstständigen Landgemeinde Friedenau. Mit dem Wachsen von Berlin wurde aus der Vorortsiedlung eine Stadt, in der nach der Jahrhundertwende bereits 40.000 Menschen lebten. Es zeichnete sich ab, dass es in absehbarer Zeit auf dem Gemeindefriedhof in der Stubenrauchstraße Platzprobleme geben könnte. So entschloss sich die Gemeinde im Jahr 1909 unmittelbar neben dem Südwestkirchhof der Evangelischen Stadtsynode zum Ankauf einer Bestattungsfläche in der Gemarkung Gütergotz (heute Güterfelde). 1914 wurde der „Waldfriedhof Friedenau in Gütergotz“ eröffnet. Da 1920 aus Friedenau und Schöneberg der 11. Bezirk von Groß-Berlin wurde, erhielt die Anlage den Namen „Waldfriedhof Schöneberg in Gütergotz“. Eine Verwaltungsreform in Berlin sowie die Umbenennung von Gütergotz in Güterfelde im Jahr 1937 führten schließlich zu dem noch heute bestehenden Namen „Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde“. Der Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde wird nach dem Berliner Friedhofsentwicklungsplan nicht mehr für Neubestattungen genutzt und nur noch als „Friedhofspark“ geführt.

Die drei „Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf“ – der Südwestkirchhof Stahnsdorf von Garteningenieur Louis Meyer (1909), der Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde von Architekt Hans Altmann (1914) und der Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf von Stadtgartendirektor Erwin Barth (1921) – bilden zusammen das wohl bedeutendste Friedhofsensemble in Deutschland.

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