Newsletter/ April 2009
Liebe Freunde und Förderer des Museums für Film und Fernsehen,
Liebe Unterstützer der Film- und Fernsehkultur,
auf der letzten Mitgliederversammlung im November 2008 konnte der Förderkreis eine positive Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres ziehen. Der Erwerb seltener Sammlungsstücke für die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen wurde zum vielversprechenden Auftakt für 2009. Und auch das Museum hat sich in diesem Jahr einiges vorgenommen.
Neuer Vorstand für den Verein und Rückblick auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr
Auf der letzten Mitgliederversammlung des Vereins am 13. November 2008 in Berlin wurde der Vorstand neu gewählt. Prof. Dr. Fred Breinersdorfer bleibt Vorsitzender. Dr. Dr. h.c. Helwig Hassenpflug verabschiedete sich nach 10-jähriger Tätigkeit aus dem Vorstand, unter lautem Beifall für sein Engagement. Der neue stellvertretende Vorsitzende wurde Gero Gandert. Er gab das Amt des Schatzmeisters an den Rechtsanwalt und Notar Detlef Müller ab. Der Sitz des Vereins wurde in die Kanzlei des neuen Schatzmeisters verlegt und ist jetzt wie folgt erreichbar:
Förderkreis des Museums für Film und Fernsehen e. V., c/o Rechtsanwälte / Notare Müller-Radack, Französische Straße 9-12, 10117 Berlin
Tel. 030-42 33 88 0, Fax 030-42 33 88 11, berlin@mueller-radack.com
Das Resümee des zurückliegenden Geschäftsjahres war durchaus positiv. So konnte der Förderkreis einige Projekte des Museums für Film und Fernsehen finanziell unterstützen, beispielsweise den Erwerb des Gästebuchs von Emil Jannings oder die Anschaffung eines modernen Mikrolese- und Scangeräts für die Bibliothek der Deutschen Kinemathek. Mehr darüber auf www.fk-mff.de
2009 sollen die Ideen für die Werbung neuer Mitglieder mit Nachdruck umgesetzt werden. Ebenso wollen Verein und Deutsche Kinemathek ihre Kooperation intensivieren. Von Seiten des Museums sind spezielle Veranstaltungen für die Freunde und Förderer des Hauses geplant, der Verein möchte seine unterstützende Tätigkeit nach Möglichkeit ausbauen.
Das vollständige Protokoll der Mitgliederversammlung finden Sie in Kürze auf www.fk-mff.de
Dietrich-, Sternberg- und Sirk-Drehbücher bei Hollywood-Auktion ersteigert
Das Schriftgutarchiv und die Marlene Dietrich Collection (MDCB) der Deutschen Kinemathek freuen sich seit kurzem über wertvollen Zuwachs in ihren Sammlungen. Der Förderkreis konnte bei einer Versteigerung des bekannten Auktionshauses „Profiles in History“ in Hollywood erfolgreich mitbieten. Hauptaugenmerk galt einem Konvolut von Typoskripten zu Marlene-Dietrich- und Josef-von-Sternberg-Filmen sowie Skripten zu Douglas-Sirk-Filmen.
14 Filmtitel umfasst das Paket zu den Marlene-Dietrich-Filmen. Darunter sind Original-Drehbücher von Sternberg-Filmen wie DISHONORED oder BLONDE VENUS sowie von Frank Borzages DESIRE oder Ernst Lubitschs ANGEL. Filmwissenschaftler können sich nun mit den spannenden Materialien aus verschiedenen Drehbuchstadien auseinandersetzen. Besondere Bedeutung für die Marlene Dietrich Collection Berlin, die seit 1993 das Erbe der legendären Schauspielerin verwaltet, haben die Skripte zu Josef von Sternbergs MOROCCO aus dem Jahr 1930. Es handelt sich um die ersten Arbeitsmaterialien Marlene Dietrichs in Hollywood, kurz nach ihrer Ankunft in den USA.
Im Douglas-Sirk-Konvolut finden sich Drehbuchunterlagen zu 20 Filmen, die Sirk zwischen 1950 und 1958 realisierte, darunter Klassiker wie ALL THAT HEAVEN ALLOWS, THERE´S ALWAYS TOMORROW und IMITATION OF LIFE. Dieser Neuerwerb ist eine wichtige Ergänzung der Sirk-Bestände (über 600 Blatt Korrespondenzen, Verträge u. a.), die sich bereits im Nachlassarchiv der Kinemathek befinden.
Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Ständige Ausstellung Film erweitert
Unter großem Interesse der Medien und des Publikums wurden Ende Januar 2009 zwei neu gestaltete Räume der Ständigen Ausstellung Film im Museum eröffnet. Sie thematisieren die Zeit von 1946 bis zur Gegenwart in beiden deutschen Staaten. In der DDR war das Filmschaffen staatlich reguliert, die Regisseure gerieten immer wieder in Konflikt mit der Zensur. In der Bundesrepublik wandten sich die Jüngeren bald gegen die Dominanz des Unterhaltungsfilms. Die oft sehr persönlichen Deutschlandbilder der vorgestellten Filmemacher stehen im Zentrum. Nach 1989 setzt sich auch die nächste Generation der Filmemacher mit der deutschen Geschichte auseinander. Filme über die NS-Diktatur, den RAF-Terrorismus und den Mauerfall werden zu Erfolgen im In- und Ausland.
Ausblick: „Wir waren so frei – Momentaufnahmen 1989/1990“
Die Zeitenwende 1989 ist auch das Thema des kommenden Großprojektes des Museums für Film und Fernsehen, „Wir waren so frei“. Die Ausstellung versammelt Fotos und Filme aus den Monaten der Proteste und des Aufbruchs und geht zudem mit einer Sammlung solcher Dokumente im Internet den Spuren von 1989/1990 nach. Die unterschiedlichen Perspektiven von Beteiligten und Zuschauern aus Ost und West werden denen von professionellen Beobachtern aus dem In- und Ausland gegenübergestellt. Das Ergebnis ist ein überaus vielschichtiges Bild dieses wichtigsten Abschnitts der deutschen Nachkriegsgeschichte. Eröffnet wird am 30. April 2009.
An dieser Stelle möchten wir jenen, die sie noch nicht gesehen haben, die laufenden Sonderausstellungen des Museums empfehlen. Sie schließen in wenigen Wochen – und verzeichnen jetzt schon Besucherrekorde: eine Schau ist dem Meister des Humors gewidmet, „Loriot. Die Hommage“ (bis 13. April 2009), und eine dem Meister des Suspense, „Casting a Shadow. Alfred Hitchcock und seine Werkstatt“ (bis 14. Juni 2009). Mehr dazu unter www.deutsche-kinemathek.de
Der Vorstand